AKTUELL

 QUO VADIS, BELLUM? 

Ein zweijähriges Recherche-Projekt in Kooperation mit dem Saarländischen Staatstheater

Hundert Jahre nach der Urkatastrophe des Ersten Weltkrieges blicken das Saarländische Staatstheater Saarbrücken und die Berliner Tanz- und Performancegruppe MS Schrittmacher in ihrem zweijährigen Recherche- und Site Specific Projekt QUO VADIS, BELLUM? gemeinsam in die Zukunft des Krieges. Mit Unterstützung von ExpertInnen sozialer Bewegungen, JournalistInnen und WissenschaftlerInnen diskutieren und analysieren die KünstlerInnen in den öffentlichen Foren LAUT DENKEN… das aktuelle kriegerische Weltgeschehen, dessen Ursachen und Perspektiven.

Wie sieht uns die Fratze des Krieges an, wenn wir die aktuelle Verfasstheit der Welt 100 Jahre weiterdenken? Wie könnten die wirtschaftlichen und machtpolitischen Verhältnisse in ferner Zukunft aussehen und zu welcher Form kriegerischer Konflikte würden sie führen? Und schließlich: Welche Handlungsoptionen resultieren aus diesen Zukunftsszenarien für uns heute?

Diskussionsforen, Fotoausstellung, Tanz-Performances

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Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes

 

 HEIMATFRONT  – Das Desaster lässt grüßen

Eine Tanzperformance von MS Schrittmacher

In HEIMATFRONT – Das Desaster lässt grüßen stellen MS Schrittmacher die Frage, wie lange wir in der Komfortzone Europa noch die ausbeuterischen und kriegerischen Folgen unseres Lebensstils ignorieren können.

Seltene Erden in Smartphones, das billige T-Shirt aus der Sweatshop-Fabrik, die Tasse Kaffee aus unfairem Handel. Unser alltäglicher Lebensstil basiert auf Ausbeutung, schafft Konflikte und Kriege. Eine Tatsache, die uns so lange bewusst ist, wie wir sie verdrängen. Für unseren komfortablen Lebensstil führen wir einen Wohlstandskrieg, dessen Frontlinien über den gesamten Erdball verlaufen. Doch die von Verzweiflung getriebenen Flüchtlingsbewegungen, die brutale Eskalation vieler Konflikte weltweit und das Anwachsen des Terrors in Europa machen das Wegsehen für uns immer schwieriger. Das Desaster, das unsere Wohlstandsgesellschaften  in die Welt getragen haben, kehrt heim an seinen Ursprung.

Wie verändern sich unsere Sicht und unser Handeln, wenn die Frontlinien unseres Wohlstandskrieges näher rücken und zur Heimatfront werden? Was tun im Angesicht der Folgen des eigenen Lebensstils, wenn die Möglichkeit zu verdrängen kaum noch gegeben ist? Drei PerformerInnen benennen die kriegerischen und menschenverachtenden Aspekte unseres Wohlstands. Sie konfrontieren sich und das Publikum, weichen dem Unausweichlichen aus und werden gezwungen zu handeln. Musiker und Videokünstlerin schneiden den abstrusen Kampf der PerformerInnen live mit und gestalten ihn zu Sound und Videosequenzen, die immer wieder neue Kontexte und aberwitzige Räume schaffen. Mit ihrem Blick für das Groteske im Realen legen MS Schrittmacher den Finger in die Wunde in diesem absurden Ringen um Wohlstand und Würde.

Der scheinbare Krieg der anderen kehrt heim nach Europa und macht die Komfortzone zur Heimatfront.

Uraufführung 19. November 2016 – 20.00 Uhr im Theaterdiscounter, Berlin
weitere Vorstellungen: 20./22./23. November 2016

öffentliche Generalprobe am 18. November 2016 um 20.00 Uhr

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Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes 

 

AUSDRUCK-MOBIL 

Eine Recherche-Installation der MS Schrittmacher über die Emigration und Flucht deutscher AusdruckstänzerInnen.

Ein Bastei–Wohnwagen macht „Ausdruck“ und „Mobilität“ in seinen mehrfachen Bedeutungen erfahrbar: Das AUSDRUCK-MOBIL lädt dazu ein, sich eigenständig auf die Spurensuche zu über 30 deutschen AusdruckstänzerInnen zu begeben. Eine außen angebrachte Tabelle verschafft einen Überblick über die KünstlerInnen, ihr Schaffen, ihre Flucht und Emigration in den 40er Jahren. Anhand von sechs Fragen zeichnen die Recherche-Ergebnisse nach, welche künstlerische Inspiration die AusdruckstänzerInnen dabei in die „Welt des Tanzes“ trugen und welche Einflüsse die Zurückgekehrten wieder mit nach Deutschland brachten. Das Innenleben des Mobils  bietet die Möglichkeit, Wissen individuell zu vertiefen.

Das der Ausdruckstanz durch die Emigration in die ganze Welt getragen wurde und dort in die jeweiligen Tanzformen einfließen konnte, während er in Deutschland seine Grundlage endgültig verlor, ist eine bittere Ironie des Schicksals.“ Hedwig Müller

Die Inhalte des AUSDRUCK-MOBIL sind Teil der Ausstellung „Deutscher Tanzmonat“ im Goethe- Institut Tokyo, im Rahmen des Festival/Tokyo 2016 vom 31.Oktober bis 19. November 2016
japanische Übersetzung: Goethe-Institut Tokyo



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 Tourfähig: ANITA BERBER RETRO/PERSPEKTIVE – Ein TANZFONDS ERBE Projekt 

Anita Berber RETRO/PERSPEKTIVE”

Die Tanzikone der zwanziger Jahre Anita Berber kennen die meisten heute nur noch von ihren Skandalen, Rosa von Praunheims Film oder dem morbiden Portrait, das Otto Dix von ihr malte. Dabei war Anita Berber in den goldenen Zwanzigern ein über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannter Star. Wie keine andere hat sie die Sichtweise ihrer Zeit gebrochen und damit ihr Publikum auf die Probe gestellt. Gehasst und geliebt von der Öffentlichkeit setzte die Sacchetto-Schülerin ihre Themen mit technischer Perfektion immer radikaler um. MS Schrittmacher begeben sich in ANITA BERBER – RETRO/PERSPEKTIVE auf die verlorene Spur der Tänzerin und Choreographin. Anita Berbers Werk jenseits der Skandale steht dabei im Vordergrund des umfangreichen Recherche- und Rekonstruktionsprojektes, dessen Ergebnisse im Kunstquartier Bethanien gezeigt wurden.

Die Performance ANITA BERBER – Sie trägt die Nacktheit im Gesicht gastierte am 14. und 15. Oktober 2015 am Saarländischen Staatstheater und die ANITA BERBER – Lecture Performance wurde am 17. Oktober 2015 gezeigt. Beides im Rahmen von TANZ FESTIVAL SAAR

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Gefördert vom TANZFONDS ERBE – Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes

 

 ANITA BERBER-STUDIE Deutschsprachige Erstveröffentlichung von Joe Jenčiks Tanzschrift 

Anita Berber-Studie

Erhältlich unter ticket@msschrittmacher.de.

Der Band „Anita Berberová – Studie“ des tschechischen Choreographen, Tänzers und Autors Joe Jenčík beschreibt in einzigartig genauer sowie emotionaler Weise Dramaturgie und Wirkung der Choreographien von Anita Berber. Joe Jenčíks Beschreibungen verschiedener Tänze und der Arbeitsweise Anita Berbers bildeten die Basis für die ANITA BERBER – RETRO/PERSPEKTIVE von MS Schrittmacher. Im Rahmen des Projekts veröffentlichten MS Schrittmacher Jenčíks Studie aus dem Jahr 1930 erstmalig in deutscher Sprache, inklusive vier aktueller Essays zu Anita Berber und der Arbeit von MS Schrittmacher innerhalb dieses Tanzfonds Erbe Projekt. Komplettiert wird dieses einzigartige Buch durch bisher unveröffentlichte Fotos der Künstlerin und dem ersten Anita Berber Werkverzeichnis.

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