ZUR GRUPPE

MS Schrittmacher gründete sich 1998 in Berlin. In dieser Zeitspanne sind über dreißig Produktionen entstanden, wobei es dem künstlerischen Leiter Martin Stiefermann gelungen ist, der Kompanie eine unverwechselbare künstlerische Identität zu geben.

Von Anfang an verstand sich MS Schrittmacher als ein Pool von freien, künstlerisch miteinander verbundenen Tänzern, Komponisten, Autoren,  Bühnen- und Kostümbildnern und Lichtdesignern. Die Stücke wurden jeweils zwischen acht und dreißig Mal in Berlin gespielt. Dazu kamen Gastspiele, Einladungen zu Festivals und Koproduktionen mit anderen Theatern.

Diese Kontinuität in der Arbeit und die Weiterentwicklung von Form und Idee waren und sind wichtige Bestandteile der Gruppe. In den vergangenen Jahren erfuhr die Gruppe mit ihren sehr unterschiedlichen Stücken und Formaten stetig wachsende Anerkennung und Begeisterung sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik.

„MS Schrittmacher ist heute eine der impulsgebenden Kompanien in Deutschland, deren Stücke seit 1998 in Berlin im Spannungsfeld zwischen Kunst, Tanz und gesellschaftlichen Realitäten entstehen.“  (Tip Berlin)

Die eigenwillige Handschrift der MS Schrittmacher entsteht in der Auseinandersetzung mit unserer alltäglichen Gegenwart, mit soziologischen Theorien und immer auch mit Fragen nach allgemein gesellschaftlichen Phänomenen. Die Tanzstücke sind choreographische Phänomenologie, immer in Reibung mit dem Alltag der Stadt und ihrer Bewohner. So ist die Gruppe immer wieder auf Spurensuche und erzählt in den bisher entstandenen Produktionen vom Menschlichen und Typischen…

“Stiefermann hat sowohl den Röntgenblick für die Gesellschaftlichen Tücken als auch die Fähigkeit, seine Beobachtungen in eine Tanzsprache zu übersetzen, die jeder versteht , ohne daß sie platt, eindeutig wirkt. Da verbindet sich Intellekt und Sinnlichkeit, tänzerische Ausdruckskraft und szenische Formsicherheit.“ (Bernd Feuchtner/ Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Erzählt wird nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit dem Charakter der Darsteller. Ausgehend von deren tänzerischen und darstellerischen Qualitäten entwickelt Martin Stiefermann eine szenische Bewegungssprache, die von Stück zu Stück variieren kann, aber immer von choreographischem Witz und von groteskem Humor gekennzeichnet ist.

„Nicht nur weil die Zuschauer ihnen physisch so nah sind, entfalten die Tänzer eine ungemein hohe Präsenz. Ihre zuweilen markigen Posen, ihr vehementer Körpereinsatz, die Wendigkeit ihrer Körper und die Derbheit ihrer Körpersprache scheinen direkt ins Nervensystem der Zuschauer zu dringen. Nein, entziehen kann man sich der Anwesenheit dieser hervorragenden Selbstdarsteller nicht so einfach.“ (Elisabeth Nehrung,Tanzjournal)

Stiefermann und seine Tänzer sind bewegte und bewegende Erzähler, weil sie nicht nur ihre eigenen Geschichten vermitteln, sondern den Zuschauer zum Komplizen machen und ihn auffordern, sie auf der Suche nach dem Kern eines Stückes zu begleiten und dabei eigene Geschichten und Gefühle (wieder-)zufinden. Die Stücke von MS Schrittmacher sind Gefüge aus abstrakten Bewegungs- und Handlungsabläufen, durchzogen von bildreichen Motiven und konkreten Geschichten.

 „Das Ergebnis ist eine neue Art Theater, nachvollziehbar vom Publikum nicht als ein Stück reiner Ästhetik, sondern als ein Stück seiner selbst. Es ist erreicht, wenn jeder sagen kann ‚Das bin ich’ und dabei über sich selbst lachen muss.“ (Gerda Kaltwasser, Rheinische Post)

Parallel zur Choreographie, die oft während des Probenprozesses durch Improvisationen entwickelt wird, entstehen Bühnenentwürfe, die Räume schaffen für Bewegungssprache und Bewegungsbilder.

 „….die Bühnenbilder, verknüpfen zeitgenössischen Tanz mit bildender Kunst. Das Ergebnis sind aussagestarke, visuell effektvolle Bewegungsbilder.“ (Klaus Witzeling, Hamburger Abendblatt)

Die Gruppe erhielt mehrmals Einzelprojektförderung und Basisförderung von der Senatskanzlei für Kulturrelle Angelegenheiten-Berlin, Förderung vom Hauptstadt Kultur Fonds, Fonds DAKU, Siemens AG, Kulturamt Prenzlauer Berg und der Kulturstiftung des Bundes-Tanzfonds Erbe. Tourneen wurden unterstützt vom Goethe Institut und vom internationalen Performance Netz und führten die Kompanie nach Sibirien, Ungarn, Düsseldorf, Herne, Nürnberg, Essen, Ludwigshafen, Freiburg, Potsdam, Leipzig, etc.

Zwischen 2001-2006 kooperierte die Gruppe mit  dem Oldenburgischen Staatstheater.